Myomembolisation

   

Die Myomembolisation ist ein sogenanntes minimalinvasives Verfahren, welches ohne Vollnarkose, ohne großen chirurgischen Eingriff (Operation) und ohne langen Krankenhausanfenthalt auskommt. Die Myomknoten werden verödet, indem ihre Blutzufuhr/Ernährung durch das Einspritzen von kleinsten Teilchen unterbunden wird. 

Als Folge dieser Verödung kommt es in mehr als 90 % zu einer Besserung myombedingter Beschwerden und einem Schrumpfen der Myome innerhalb von drei bis sechs Monaten. Die Myomembolisation erfordert einige Untersuchungen, anhand derer beurteilt werden kann, ob diese Form der Behandlung für Sie in Frage kommt.

Voraussetzungen für eine Myomembolisation

Eine Myomembolisation kann vorgenommen werden, wenn

  • nach Untersuchung durch eine Frauenärztin/einen Frauenarzt Ihre Beschwerden auf das Vorhandensein von Myomen zurückgeführt werden können. Andere mögliche Ursachen für Ihre Beschwerden müssen durch Ihren behandelnden Gynäkologen ausgeschlossen worden sein.
  • Ihre Beschwerden auf das Vorhandensein von Myomen zurückgeführt werden können. Andere mögliche Ursachen für Ihre Beschwerden müssen durch Ihren behandelnden Gynäkologen ausgeschlossen worden sein..

   

  • kein Kinderwunsch mehr besteht
  • die Gebärmutter insgesamt nicht über Nabelhöhe (entsprechend einer 24. Schwangerschaftswoche) vergrößert ist. Auch sollte durch Ultraschall geklärt werden, ob sogenannte „gestielte subseröse Myomknoten“ vorliegen, da diese nicht behandelt werden können und auch die Behandlung benachbarter Myome erschweren.

Ablauf der Behandlung

Vorstellung und Beratung

  • Terminvereinbarung unter  (0551) 494 - 122
  • Anmeldung nur mit Überweisungsschein Ihrer Gynäkologin/ihres Gynäkologen
  • Gründliche Untersuchung und Beurteilung der Beschwerdesymptomatik, ob eine Myomembolisation möglich und sinnvoll ist. Falls die Indikation bestätigt wird, erfolgt die Terminabsprache für die stationäre Behandlung.
       

Am Tag vor dem Eingriff

  • Aufnahme auf der Station 5 des AGAPLESION KRANKENHAUS NEU BETHLEHEM
  • Überprüfung einiger Laborwerte und Magnetresonanztomographie, um Lage, Zahl, Größe und Durchblutung der Myomknoten zu beurteilen
  • Ausführliches Aufklärungsgespräch über den geplanten Eingriff mit dem behandelnden Frauenarzt des Krankenhauses.
       

Wo und durch wen findet der Eingriff statt?

Der Eingriff wird im Herz- und Gefäßzentrum (Praxis) von einem erfahrenen interventionellen Angiologen durchgeführt. Interventionelle Angiologen haben eine spezielle Ausbildung in der Anwendung schonender (bildgestützter minimalinvasiver) Eingriffe.

Der Eingriff im Einzelnen

  • Es werden ein Blasenkatheter und eine Verweilkanüle für einen Tropf gelegt.
  • Es wird ein Kontrastmittel gespritzt. Hierbei werden Sie ein Wärmegefühl spüren, das jedoch nur vorübergehend ist.
  • Nach lokaler Betäubung der Haut in der Leiste wird ein kleiner, etwa 0,5 cm langer Schnitt vorgenommen, über den ein dünner Plastikschlauch (Katheter) in die Schlagader des Beines eingeführt wird. Unter Röntgenkontrolle wird dieser Katheter bis in die Schlagader der Gebärmutter und weiter bis zu den das Myom versorgenden Blutgefäßen vorgeführt. Dieser Vorgang wird aufgrund der Betäubung nicht wahrgenommen.
  • Über den liegenden Katheter werden kleine Kügelchen (Partikel) in die das Myom versorgenden Blutgefäße gespritzt, die diese verstopfen („embolisieren“) und so die Blutzufuhr und Ernährung des Myoms dauerhaft unterbinden. Die eingespritzten Partikel verbleiben im Myom, ähnlich einer festsitzenden Zahnplombe. Sie sind gut verträglich und werden vom Körper nicht abgebaut oder als Fremdkörper gesehen.
  • Nach dem Eingriff wird der Katheter entfernt und ein Druckverband angelegt.
  • Im Anschluss an den Eingriff werden Sie noch drei Tage auf der Station 5 überwacht. In der Regel ist eine Krankschreibung von etwa einer Woche im Anschluss an die Behandlung sinnvoll.
       

Nebenwirkungen & Komplikationen

In den ersten Wochen nach dem Eingriff

  • Die Nebenwirkungs- und Komplikationsrate der Embolisationsbehandlung ist gering. Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, leichte Temperaturerhöhung und Unwohlsein sind bei entsprechender Gabe von Medikamenten nach 12 bis 48 Stunden verschwunden.
  • Ein bis zwei Wochen nach der Behandlung können noch schwache, krampfartige Schmerzen auftreten, die jedoch durch Medikamente gut zu kontrollieren sind.
  • Oftmals treten über einen Zeitraum von mehreren Wochen nach der Behandlung zunächst Schmierblutungen auf, bevor sich die Regelblutung wieder stabilisiert.
  • In 10 % aller Fälle können Teile des Myoms abschilfern und mit der Regelblutung abgehen, insbesondere wenn das Myom direkt unter der Schleimhaut der Gebärmutter liegt.
  • Bei Fieber und Unterleibsschmerzen in den ersten acht Wochen nach der Behandlung sollte unbedingt eine Untersuchung durch die Frauenärztin/den Frauenarzt erfolgen, um eine Unterleibsentzündung auszuschließen.

Seltene Folgen

  • Bei der Gefäßdarstellung mittels Kontrastmittel (Angiographie) tritt in seltenen Fällen eine Gefäßverletzung, Blutung oder behandlungsbedürftige Unverträglichkeit gegenüber dem Kontrastmittel auf.
  • Eine seltene unerwünschte Folge der Myomembolisation ist das komplette Ausbleiben der Regelblutung mit vorzeitigem Eintritt der Wechseljahre. Dies tritt bei Frauen über 45 Jahre in etwa 2 bis 5 % der Fälle, bei jüngeren Frauen nach unserer Erfahrung nicht auf.
  • Eine ebenfalls seltene aber ernsthafte Komplikation, welche jedoch nur in unter 1 % der Fälle auftritt, ist die schwere Unterleibsentzündung. Diese tritt häufiger auf, wenn sehr große Myomknoten embolisiert worden sind.
       

Information

Ihnen wird bei der Entlassung ein Merkblatt mit Verhaltensmaßregeln inklusive einer Telefonnummer für eventuelle Fragen ausgehändigt.
   

 

Wie sicher und erfolgreich ist die Myomembolisation?

Die bislang veröffentlichten wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit der Myomembolisation bei Blutungsbeschwerden (starke, verlängerte Regelblutung) und Beschwerden durch die Größe eines Myomknotens (Schmerzen und Druck im Becken, Harndrang etc.) zeigen, dass diese Therapie in 85 bis 90 % der Fälle erfolgreich ist. Erfahrungen mit dieser Form der Myombehandlung liegen seit 1995 vor. 

 

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Myomembolisation ein sicheres und effektives Verfahren zur Behandlung von myombedingten Beschwerden ist und eine schonende und gebärmuttererhaltende Alternative im Vergleich zur Operation darstellt. Dennoch muss bei einem Teil der Frauen später bei erneuten Beschwerden oder erneutem Myomwachstum eine Operation der Gebärmutter durchgeführt werden.