Dysplasie-Sprechstunde

   

Wir wenden uns an Frauen mit Erkrankungen an Gebärmutterhals (Portio), Scheide (Vagina) und äußerem Geschlechtsorgan (Vulva). Hierbei handelt es sich z. B. um

  • Krebsvorstufen (Dysplasien, CIN, VaIN, VIN)
  • Feigwarzen (Kondylome)
  • Chronische Pilzinfektionen
  • Chronischen Juckreiz
  • Dystrophien wie Lichen sclerosus (nicht ansteckende chronische Hautkrankheit im äußeren Intimbereich), Lichen ruber (stark juckende Hautknötchen) oder Vulvodynie
       

Als Kassenpatientin werden Sie in der Regel von Ihrem behandelnden Frauenarzt an die Dysplasie-Sprechstunde der gynäkologischen Abteilung des AGAPLESION KRANKENHAUS NEU BETHLEHEM überwiesen.

Privatversicherte können bei Beschwerden auch direkt zu uns kommen.

Eine vorherige Terminvereinbarung ist in jedem Fall erforderlich unter:
(0551) 494 - 122
montags–freitags von 00:00 bis 00:00 Uhr

Auffälliger Krebsvorsorge-Abstrich

Die regelmäßige Krebsvorsorge- oder Früherkennungsuntersuchung der Frau stellt die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs dar.

Für die meisten Frauen handelt es sich um eine jährliche Routineuntersuchung, bei der Zellen des Gebärmutterhalses mit einem Tupfer oder einer Bürste entnommen werden und unter dem Mikroskop nach einer speziellen Färbung untersucht werden (kurz: Pap-Abstrich). Meistens wird diese Untersuchung mit einem normalen Ergebnis (einem Abstrich der Gruppe I oder II) abgeschlossen.

Wenn das Ergebnis von den normalen Werten abweicht (Gruppe III und IV), gilt dies als „auffällig“. Ein auffälliger Abstrich ist nicht selten und bedeutet nicht unbedingt, dass Sie an Krebs erkrankt sind. 
   

Viele Frauen haben einmal in ihrem Leben einen verdächtigen Abstrich. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Infektion oder eine Vorstufe des Gebärmutterhalskrebses – eine Dysplasie (oberflächliche Zellveränderung). Sie werden durch Humane Papillomaviren (HPV) hervorgerufen, die sehr weit verbreitet sind und mit Hilfe eines zusätzlichen Abstriches nachgewiesen werden können.

Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses sind zu 100 % heilbar und einige Formen können sich auch von alleine zurückbilden. Andere Formen entwickeln sich jedoch zum Krebs weiter. Die Entstehung des Krebses aus einer Dysplasie benötigt einen gewissen Zeitraum, so dass in der Regel genug Zeit besteht, Dysplasien zu erkennen, zu beobachten und individuell und differenziert zu therapieren.

Maßnahmen nach einem auffälligen Abstrich

Im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung hat Ihr Frauenarzt den Verdacht auf Dysplasien (Krebsvorstufen) am Gebärmutterhals oder am äußeren Genital und überweist Sie an unsere gynäkologische Abteilung.

Wir führen dann eine Kolposkopie (Lupenuntersuchung) der oben genannten Organe durch. Die Kolposkopie ist ein integrativer Bestandteil der Beurteilung von Dysplasien und Basis für die Festlegung der weiteren Behandlung. Diese lupenoptische Betrachtung erfolgt mit 7,5- bis 30-facher Vergrößerung nach Auftragung von Essig- und Jodlösung und kann auffällige Areale am äußeren Genital lokalisieren. Von diesen auffälligen Arealen wird gezielt eine Gewebeprobe entnommen, um eine genaue Diagnose stellen zu können.
   

Die Entnahme von Gewebeproben am Gebärmutterhals ist nicht schmerzhaft, am äußeren Geschlechtsorgan setzen wir vorher eine Betäubung. 

Bei leichten und mittleren Veränderungen kann unter Umständen abgewartet werden, bis eine Spontanheilung eintritt. Falls eine Krebsvorstufe festgestellt wird, kann auch eine Therapie notwendig werden. Hier stehen uns moderne Verfahren zur Verfügung, um möglichst gewebeschonend zu behandeln, z. B. eine Verödung des erkrankten Gewebes mit Stromvaporisation oder eine Ausschneidung mit einer Elektroschlinge oder gezielter oberflächlicher Umschneidung mit dem Skalpell. Es handelt sich dabei in der Regel um ambulante Eingriffe.